Sobald man mal ein paar Domains hat braucht man auch ein vernünftiges Interface, damit man selbst und andere Benutzer auf die eingehenden E-Mails zugreifen können. Nachdem ich am Anfang ein pop3 + SMTP-after-POP implementiert hatte, habe ich es jetzt mal richtig gemacht ...
Eine oft benutzte Kombination ist qmail (fuer smtp) mit courier-imap (fuer pop3, pop3s, imap, imaps) und z. B. squirrelmail (fuer Webmail). Ein alternatives Web-Frontend wäre auch horde, aber dazu habe ich ja vor einigen Tagen schon etwas geschrieben.
Ein Vorteil von courier-imap ist, dass es mit dem authdaemon verschiedene Moeglichkeiten bietet, wie sich ein User am Server authentifizieren kann. Dabei unterstuetzt er anscheinend auch mehrere Methoden parallel (z. B. mysql-Datenbank und PAM) und ist einfach zu konfigurieren.
Allerdings bekommt man ein kleines Problem, wenn man qmail-AUTH benutzen will - das checkpassword-Programm von qmail arbeitet nicht mit dem courier-imap authdaemon zusammen und brauchbare Alternativen scheint es nicht zu geben ...
Ein work-around könnte vpopmail sein, aber davon moechte ich an dieser Stelle abraten. Einzig, wenn man ein komplett neues System aufsetzt und alles von vorne herein an vpopmail anpasst mag es sinnvoll sein. Wenn es mal läuft ist es auch sicherlich sehr einfach zu bedienen und wartungsarm.
In meine bestehenden Strukturen hat es sich allerdings nicht brauchbar einfügen lassen: Willkürliche Einträge in der virtualhosts und ein gewöhnungsbedürftiges User-ID-Konzept und dazu die Umgehung von gewohnten qmail-Tools/Features haben mich ganz schnell wieder davon abgebracht.
Man kann auch versuchen, ein Programm zu finden, das direkt auf die courier-imap-Datenbank zugreifen kannt. Ein (schlechtes) Tool dafuer ist das vchkpw von vpopmail, aber dazu möchte ich an dieser Stelle nicht mehr sagen (es wäre Zeitverwendung ...).
Eine bessere Alternative ist ein Stück Software, das auf der einen Seite checkpassword implementiert und auf der anderen mit dem authdaemon spricht. Da andere zuvor schon ähnliche Probleme hatten, war es relativ einfach eine Beta-Version von so einem Programm zu bekommen (Danke Bernd :-).
Dieses Programm hat zwar noch ein paar Kinderkrankheiten, aber es erfordert keine work-arounds mehr und wenn ich das eingebaut und getestet habe, dann bin ich fertig :-)
