Im Rückblick auf die letzten Tage kann ich sagen, IPv6 ist einfach, fast überall implementiert und wird von vielen Providern unterstützt, aber es wird schlichtweg nicht benutzt. Hier geht es um keine Technolgie, die nur mit viel Insiderwissen und Glück ausprobiert werden kann, sondern man kann es wirklich benutzen.
Mein erster Schritt wurde allerdings gleich etwas gebremst, als ich für meinen australischen Server hodur einen Tunnel beantragen wollte. Der Provider SixXS der in Deutschland anscheinend recht beliebt ist, bietet zur Qualitätssicherung keine Tunnel nach ausserhalb Europas an. IPv6 in Australien war damit erstmal auf Eis gelegt, aber da war ja noch mein Rootserver Setoy, der im Rechenzentrum von 1und1 steht.
Dort (über die IPv6-Leute von Schlund) war es überhaupt kein Problem, ein IPv6 Tunnelende zu bekommen (formloser E-Mail-Antrag) und die FAQ half mit vielen Tipps beim Konfigurieren. Natürlich musste ich meinem Kernel erst noch IPv6 beibringen, aber alles in allem hat nur wenige Minuten gedauert und ich konnte mein erstes ping6 zu einem befreundeten Server (zum Schokokeks) schicken.
Wirklich geändert hat sich auf Setoy aber nichts. Kernel-Support für IPv6 ist neu und beim booten wird in 5 iproute2 Befehlen das Interface und der Tunnel konfiguriert. Meinen DNS habe ich auch etwas erweitert, so dass er nun auch brav IPv6-Adressen zurück gibt und sich für mein eigenes /60 Netz verantwortlich fühlt, aber hey - das war's schon.
Nun habe ich mich also wieder hodur zugewand: Bei SixXS wurden zwei andere Provider empfohlen, die Tunnelzugänge ausserhalb Europas anbieten. Mein erster Versuch bei Tunnelbroker/Hurricane Electric schlug allerdings fehl, da Hodur hinter einem DSL-Router/NAT steht. Ein Setup mit Tunnelbroker ist extrem einfach, man braucht keinerlei extra Software und nach einem Online-Antrag bekommt man 5 Konfigurations-Zeilen und das wars ... wenn man direkt mit dem Internet verbunden ist (sprich eine gültige IPv4-Adresse besitzt) oder seinen Router als Bridge benutzen kann (das habe ich aber nicht getestet, weil ich ja eigentlich IPv6 transparent einführen und nicht die bestehen Konfiguration gefährden wollte)Hinter NAT brauchte ich also so ein Tool wie SixXS mit AICCU anbieten und so landete ich bei Freenet6/Hexago, die einen Client namens TSP Client bereitstellen. Und siehe da, nachdem ich meine Konfigurationsprobleme, die ich mir unter Verwendung meines selbsterstellen (aber kaputten) ebuilds selbst eingebrockt hatte, überwunden hatte, lief der Client und auch hodur war in der IPv6-Welt.
