sind wir am Sonntag wohlbehalten von Fraser Island zurueckgekommen. Diese Insel wird ohne weiteres ihrem Ruf gerecht, einer der schoensten Orte Australiens zu sein - wenn nicht sogar der Welt. Aber fangen wir mal von vorne an: Im letzten Weblog habe ich davon berichtet, dass wir auf die Rinderfarm nach Dingo fahren und ich mir gar nicht sicher war, ob ich dort ueberhaupt hinmoechte. Mit dieser Stimmung sassen wir dann an auch im Bus und haben uns ueberlegt, ob es irgendwelche Alternativen gibt.Kurz vor Mackay (die letzte groessere Stadt auf dem Weg zum 50 Seelen-Dorf Dingo) haben Katharina und ich uns mit zwei Brasilianern (Juliana und Bruno) zusammengetan, sind aus dem Bus ausgestiegen und wollte uns einen Mietwagen nehmen. Das schien zunaechst erst schwieriger zu sein als wir dachten, da wir das Auto ja nicht in Mackay, sondern in Rockhampton wieder abgeben wollten und das meist etwa $80 Aufschlag (zuviel fuer uns!) kostet. Aber letztendlich haben wir ueber Katharinas ADAC Mitgliedschaft bei Hertz dann doch noch ein gutes Angebot bekommen ($100 bei voller Versicherung ohne Selbstbeteiligung und unlimitierten Kilometer).
Mit dem Auto sind wir dann auch Richtung Dingo (ca. 4 Stunden Fahrt), aber nicht auf die Farm, sondern in einen Nationalpark in der Naehe gefahren. Dort haben wir die Nacht ueber gecampt und einige kurze Wanderungen gemacht, bis wir dann gegen Mittag wieder in Rockhampton in den Oz Experience Bus gestiegen sind.Von den Kosten her war es letztendlich das gleiche (in Dingo haetten wir jeder $40 bezahlt), aber wir hatten noch eine schoene Portion Abenteuer und Lagerfeuerromantik dazu ...
Am Abend erreichte der Bus dann Bundaberg (bekannt fuer seine Rumdestillerie) und hatten schon wieder neue Plaene, wie wir unsere Tour etwas abwechlungsreicher gestalten koennen:
Statt wie geplant in Bundaberg zu uebernachten, sind wir (Katharina, die beiden Brasilianer, Amber - eine Australische Freundin aus Perth - und ich) mit einem Greyhound Bus weiter nach Hervey Bay gefahren. Hervey Bay ist der Startpunkt fuer Touren nach Fraser Island und da wir etwa 10 Stunden vor dem Oz Experience Bus dort waren, konnten wir gleich am fruehen Samstagmorgen einen Gelaendewagen mieten und auf Tour gehen.
Die meisten Touristen schliessen sich einer Tour an, die von einem der vielen Hostels in Hervey Bay organisiert wird (genau gesagt packen die nur 9 bis 11 Leute zusammen in eine Gruppe und mieten denen einen Gelaendewagen und kassieren dafuer). Da die Brasilianer aber noch eine Freundin in Hervey Bay getroffen haben waren wir selbst schon eine Gruppe von 6 Personen und konnten richtig Geld sparen, indem wir alles selbst gemietet haben. Camping-Ausruestung und die ganzen noetigen Genehmigungen fuer die Insel werden sowieso von der Autovermietung (wir haben uns fuer Bay 4WD Center entschieden) organisiert. Statt mit 11 Personen waren wir nun nur 6 und vom Preis her war es etwa identisch mit einer dieser Hostel-Touren.Die Insel selbst ist ein riesiger Sandkasten und man braucht auf jeden Fall einen Gelaendewagen, sonst kommt man kaum von der Faehre runter. Als erstes sind wir zu Lake McKenzie in der Mitte der Insel gefahren. Klares, warmes, blaues Wasser (kein Salzwasser!) und dazu ein weisser Sandstrand. So einen tollen See habe ich noch nie gesehen und wir haben dort bei strahlender Sonne zwei Stunden am Strand verbracht.
Danach ging es weiter zum Oststrand der Insel, wo man etwa 100 km lang auf dem Strand fahren kann. Meistens war der Sand auch ausreichend fest, aber einmal sind wir doch im Sand stecken geblieben und durften uns freischaufeln (war aber ehr Spass als ein Problem).Auf dem Strand findet man u.a. ein Schiffswrack, das dort seit fast 100 Jahren verrottet und ganz im Norden einen Felsen mit dem Namen Indian Head, von dem man einen tollen Ausblick ueber das Meer und den Strand hat.
Weiter im Inland befinden sich noch ein paar andere Seen, die man nur ueber Sandwege erreichen kann. Dort haben wir dann ein weiteres Abenteuer erlebt, als sich ein entgegenkommender Gelaendewagen an uns vorbeiquetschen wollte und dabei seitwaerts bis auf etwa 3 cm Abstand an unseren Wagen gerutscht ist, so dass weder er noch wir uns vorwaerts oder rueckwaerts bewegen konnten. Mit viel rangieren und Millimeterarbeit (so gut das eben auf weichem Sand machbar ist) haben wir uns dann wieder voneinander entfernt - ohne Kratzer. Leider gibt es keine Fotos, aber so ziemlich alle haben gedacht, dass wir niemals ohne Schaeden aus dieser Situation wieder rauskommen ...
Inzwischen sind wir in Brisbane angekommen und haben uns gestern die Stadt angeschaut (die Walking Tour in unserem Reisefuehrer war wirklich gut). In etwa zwei Stunden geht es dann weiter nach Byron Bay und wenn das Wetter brauchbar ist, werden wir dort noch ein oder zwei Tauchgaenge machen. Vor Byron Bay treffen sich der warme Sued Pazifik und die Tasmanische See und daher soll dort die Unterwasserwelt besonders interessant sein. Mal abwarten.
