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05.02.2012, 16:39 Uhr

Meine Tauben

Seit etwa zwei Wochen habe ich Haustiere! Ein Taubenpärchen hat sich entschlossen bei mir ein Nest zu bauen und hinter einem Pappkarton auf meinem Balkon zu brüten. Aber so idyllisch wie das ganze auch zu sein scheint ist es leider nicht: Stadttauben sind bei viele Menschen unerwünschte Fassadenbescheißer die es zu bekämpfen gilt ... Das macht also der Tierfreund mit seinen Untermietern? Schon seit vielen Jahren steht der Tierschutzverein Tübingen (siehe www.taubenkonzept.de) vor genau dem gleichen Problem: Die Tauben vermehren sich mehr oder weniger unkontrolliert und jeder schimpft auf die unerwünschten Tiere und würde sie am liebsten vergiften, abschießen oder aushungern. Das dies für Tierschützer natürlich nicht in Frage kommt versteht sich von selbst.

Die sinnvollstste Alternative ist, die ehemaligen Zuchttauben das machen zu lassen, was ihnen über viele Jahre angezüchtet wurde (nämlich sich zu vermehren) und sie möglichst lange mit dem Brüten zu beschäftigen. Und genau darum betreibt der Tierschutzverein in Tübingen mehrere Taubenhäuser, die über die ganze Stadt verteilt sind. Tauben finden hier Futter und Nistplätze und bauen so langsam eine Bindung zu den Häusern auf. Auf der anderen Seite werden die dort gelegten Eier regelmäßig durch Gipseier ausgetauscht und so effektiv eine Vermehrung der Tauben verhindert.

Den Tauben macht es nur wenig aus, wenn Menschen sie ab und zu von ihrem Nest verscheuchen oder die gelegten Eier anfassen/austauschen. Sie bemerken davon zunächst nichts und sitzen munter noch einige Wochen auf den Gipseiern. Die Eier nur zu entfernen würde nichts bringen, da das Taubenweibchen sofort "nachlegen" würde und man dadurch noch mehr Eier zu entsorgen hätte.

"Entsorgen" bedeutet für manche Menschen "einen Kuchen daraus backen" oder "ein Spiegelei zu braten". Aber mir persönlich ist und war das bislang allerdings zu suspekt. Es wird also noch einige Zeit ins Land gehen, bis ich mein erstes Taubenei-Omelett probiere. Vom Hörensagen weiß ich, dass das Taubeneiklar schlechter gerinnt als das von Hühnereiern, aber mehr muss ich darüber momentan auch gar nicht wissen :-)

Auf jeden Fall sitzt mein Taubenpärchen seit etwa einer Woche auf zwei Gipseiern und wenn es auch traurig sein mag, dass ich dem jungen Paar sein Familienglück verweigere, so ist es vermutlich das harmloseste, was einer Taube momentan in Tübingen passieren kann.

In einem umfunktionierten Klassenzimmer einer ehemaligen Schule leben z. B. an die 30 Tauben in Gefangenschaft, weil die Stadt Tübingen momentan keine bessere Lösung zu bieten hat. Das Depot - eine ehemalige Lagerhalle der Franzosen (siehe links) - wird in den nächsten Monaten renoviert und nimmt etwa 400 Tauben ihr Zuhause.

Meine Tauben werden mir aber hoffentlich noch einige Zeit erhalten bleiben. Einige interessante Beobachtungen habe ich bereits gemacht: Z. B. sitzt das Weibchen immer deutlich länger auf den Eiern als das Männchen und ist auch weniger schreckhaft. Wenn ich die Balkontür öffne, dann fliegt das Männchen immer direkt weg, aber das Weibchen bleibt meist noch sitzen, bis ich mitten auf dem Balkon stehe.

Die Frage, ob ich in der nächsten Zeit eine Katze als Haustier bekomme, hat sich damit vorerst erledigt ;-)
Meine Tauben | 1 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
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Katze
Autor: Henning am 17.06.2006, 04:36 Uhr

Vielleicht kommt die Katze ja nun bei dem Angebot genauso freiwillig und unvorhergesehen wie die Tauben. ;-)

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