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05.02.2012, 16:07 Uhr

Pandora: Internetradio mal anders

Zugegeben, es ist eigentlich nicht legal den "Radiosender" www.pandora.com hier in Deutschland übers Internet zu empfangen, aber bei diesem genialen Konzept ist die Versuchung einfach sehr groß.

Pandora ist dabei eigentlich gar kein Radiosender, sondern mehr eine online-mp3-Sammlung. Es gibt nämlich kein festes Programm, sondern man kann sich je nach Musikgeschmack einen eigenen "Sender" erzeugen. Hört man z. B. gerne "Prodigy", so gibt man das an und bekommst sein eigenes "Prodigy Radio" das nur Musik spielt, die dem Sound von "Prodigy" ähnelt. Was man dabei als Richtungsvorgabe für seinen privat-Sender auswählt ist nicht beschränkt ... Wählt man z. B. ein ganz konkretes Stück einer bestimmten Band aus, so wird es zwar nicht sofort gespielt, aber irgendwann (nach vielleicht einer halben Stunde) kommt es bestimmt. Gefällt einem der aktuelle Titel nicht, so darf man ihn überspringen, aber pro Stunde geht das maximal 5-mal - man ist also nicht gezwungen sich alles anzuhören (wie bei einem echten Radiosender), aber man kann auch nicht komplett frei wählen.

Zurück zu einem vorher gespielten Titel kommt man nicht mehr und ebensowenig kann man zurückspulen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass der Titel (wie auch im Radio) irgendwann erneut gespielt wird - das kann man ein wenig beeinflussen, indem man dem Titel eine positive oder negative Bewertung verpasst. Auf diese Weise lernt der Radiosender und passt sich immer mehr dem eigenen Musikgeschmack an.

Zu den meisten Stücken bekommt man das CD-Cover angezeigt, hat die Möglichkeit den Titel bei iTunes oder Amazon zu kaufen oder sich weitere Hintergrundinformation anzeigen zu lassen. Sehr interessant ist dabei die Begründung, warum ein Stück ausgewählt wurde:

Pandora basiert auf dem Music Genom Project, welches versucht Musik nach zig Kriterien zu klassifizieren. Somit ist den virtuellen Pandora-DJs völlig egal welchen Ruf eine Band hat: Solange der Titel in der Datenbank verfügbar ist und von den Kriterien her zum eingestellten Geschmack passt wird er gespielt. Man darf also davon ausgehen, in kürzester Zeit viele neue Bands kennenzulernen.

Leider hat pandora.com bislang nur Verträge mit der Musikindustrie in den USA, so dass man für eine Anmeldung einen Wohnsitz in den USA benötigt, aber ich hoffe sehr, dass sich deren Konzept auch in Deutschland durchsetzt. Momentan ist es völlig werbefrei (von einem Banner auf der Webseite mal abgesehen), aber ich vermute, dass auf Dauer zur Finanzierung irgendwelche Werbung eingespielt werden wird. Allerdings kann man bereits jetzt für $36/Jahr ein Abo kaufen und die wäre mir dieser Dienst auf jeden Fall wert.

Technisch läuft Pandora per Flashplayer im Browser und ist damit unabhängig von spezieller Software oder Administrationsrechten am PC. Die Musik hat beste Qualität: 3-4 Minuten sind ca. 10 MB groß und werden am Anfang komplett runtergeladen (es handelt sich also soweit ich sehe nicht um einen Stream). Ein kleiner Nachteil ist die relativ hohe Prozessorlast, die das Flash-Plugin beim Abspielen erzeugt.
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