Wer sich mal genauer damit beschäftigt wird merken, dass die DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) zum einen nur wenigen Meschen überhaupt bekannt ist, und zum anderen deren Regeln nicht von jedermann akzeptiert werden. Und ausserdem hat sich 2005 mal wieder was geändert ... wer soll da noch durchblicken?
Zuerst mal zu den Änderungen: Seit neustem wird im Anschriftsfeld eines Briefes keinerlei Leerzeile mehr geschrieben. Eine korrekte Anschrift lautet also
Herrn
Peter Mustermann
Poststraße 123
72072 Tübingen
und nicht wie früher Straße und Ort durch eine Leerzeile getrennt. Ursache dafür scheint zu sein, dass die Deutsche Post das neue Format (entgegen den aktuellen DIN Normen) immer mehr verbreitet hat und die Norm nun an die Realität angepasst wurde, um Verwirrung bei den Anwendern zu verhindern. Ebenso hat man hiermit das Format an internationale Schreibweisen angeglichen.
Neu ist auch die Lösung des Professoren-Problems. Es wurde entschieden, dass man nicht mehr "Herrn Universitätsprofessor" in die erste Zeile schreibt, sondern "Herrn" alleine und "Prof. Peter Mustermann" in die zweite Zeile. Damit wird dem Problem Rechnung getragen, dass Professor sowohl ein akademischer Grad als auch eine Dienstbezeichnung sein kann.
Die DIN 5008 kostet in ihrer aktuellen Ausgabe übrigens 12 EUR. Interessant ist auch die kommentierten Ausgaben "Alles über DIN 5008". Wer wissen will was das Deutsche Institut für Normung sonst noch alles so normiert, der findet eine Liste der DIN Normen bei Wikipedia.
Sehr lesenswert sind übirgens Die Regeln für die Textverarbeitung im Duden. Hier steht alles übersichtlich und mit Beispielen zusammengefasst und keine Frage bleibt mehr offen :-)
Oft "falsch" gemacht wird meiner Meinung nach ...
- die Benutzung des &-Zeichnes, welches nur in Firmennamen statt einem "und" benutzt werden darf.
- Telefonnummer werden nicht in Klammern gesetzt, nicht gegliedert und es wird auch normal nirgendwo ein / benutzt. Korrekt ist beispielsweise +49 7071 12345 oder etwas kürzer 07071 12345 bzw. mit Anlagendurchwahl 07071 12345-7.
- Bei %-Angaben wird zwischen Zahl und Prozent ein kleines Leerzeichen gesetzt. Also 5 %. Bei Ableitungen wie z. B. 5%ig wird allerdings alles zusammengeschrieben.
- Immer wieder in Supermärkten zu sehen: 5,99,– EUR. Völliger Quatsch, denn das ,– steht für runde Cent-Beträge und es müsste 5,– heißen, wo bei als - ein Gedankenstrich (in HTML –) zu verwenden ist, der etwas länger als der Bindestrich ist.
- Steht ein Bindestrich für das Wort "bis", also bei 5-6 Stunden, so ist kein Leerzeichen einzufügen.
- Abkürzungen werden am Satzanfang überhaupt nicht benutzt. Also nicht "Z. B. ...", sondern da sollte man es ausschreiben. Ausserdem kommt zwischen Z. und B. ein kleines, festes Leerzeichen.
Diese kleinen Leerzeichen bei Abkürzungen (z. B., u. a., u. U.) sind für die meisten Menschen ein großes Problem. Im TeX hat man es da ja noch ganz einfach - dort sind viertel und halbe Leerschritte kein Problem. Aber auf der Computertastatur gibt es erstmal nur " ".
In HTML gibt es dafür  , aber das wird nicht unbedingt von allen Browsern unterstützt.
Bei Proportionalschriften, also z. B. Times New Roman wirkt das Leerzeichen ohnehin nicht sehr breit, aber nimmt man eine Festbreitenschrift, z. B. Courier New, so empfinden manche Menschen das Leerzeichen als fehl am Platz. Laut DIN ist es allerdings trotzdem zu schreiben und wenn es jemanden wirklich stört, dann ist Ausschreiben immer erlaubt ... aber das ist wider dem Deutschen AküFi ....
Hier stoße ich übrigens auch an die Grenzen meiner Weblog-Software, die mir konsequent die HTML Entities herauslöscht :-(
