Als Betreiber eines Mailservers kann man es seinen Benutzern natürlich nicht zumuten, sich für jeden Dienst (pop3, pop3s, imap, imaps, smtp und webmail) ein eigenenes Passwort zu merken. Umgekehrt ist es auch ein schlechter Stil mehrere Passwort-Datenbanken zu verwalten und diese heimlich im Hintergrund zu synchronisieren.
Die pop3/imap/webmail-Seite übernimmt bei mir der courier-imap Server und greift zur Authentifizierung auf eine mysql-Datenbank zu. Qmail - für die smtp-Seite zuständig - sollte jetzt am besten auch auf diese Datenbank zugreifen, aber das ist nicht so einfach ... Meine Distribution will mir dafür vpopmail verkaufen, aber bei einigen Tests erschien mir diese Software ehr wie ein Monster für eine an sich triviale Aufgabe.
Nach etwas Recherche stiess ich dann auf das Tool courierpasswd[1], das auf der einen Seite auf die authlib von courier zugreifen kann und auf der anderen Seite ein Authentifizierungs-Interface für qmail liefert (wie z. B. auch checkpasswd).
Als ich mir das ganze vor mehr als einem Jahr zum ersten Mal angesehen habe, da musste man unter Gentoo noch einiges patchen, damit courierpasswd funktionierte - das ist inzwischen vorbei.
Es reicht nun courier-imap und die courier-authlib zu installieren und dann über ein kleines neues ebuild[2] das courierpasswd einzuspielen. Dann noch eine Zeile im qmail konfigurieren und man ist fertig.
Schön wäre es jetzt, wenn Gentoo mein ebuild aufnehmen würde[3], aber leider hat sich bisher kein Entwickler gefunden, der es einspielen und Betreuen würde.
[1] http://www.arda.homeunix.net/store/
[2] http://www.christoph-probst.com/technik/software/courierpasswd/
[3] http://bugs.gentoo.org/show_bug.cgi?id=64946
